Sexuelle Rechte

In der Sexualität hast du viele Rechte. Wichtig ist, dass du dich für deine und die Rechte anderer einsetzt. Denn die Sexualität soll etwas Natürliches, Lustvolles und Wertvolles sein. Sie gehört zu jedem Menschen, deshalb sollte auch jeder Mensch frei über seine Sexualität bestimmen können.

Das Ziel der International Planned Parenthood Federation (IPPF) und der sexuellen Gesundheit Schweiz ist eine Welt, in der alle Menschen jung und alt ohne Ausnahme frei über ihren eigenen Körper und, somit über ihr eigenes Leben bestimmen können.

Die sexuellen Rechte gelten als Teil der Menschenrechte und umfassen folgenden Bereiche

Du und alle Menschen haben das Recht…

  • auf körperliche Unversehrtheit, Schutz vor sexueller Gewalt, Leben, Freiheit und Sicherheit.
  • auf Schutz vor jeder Form von Diskriminierung, aufgrund von Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität, Familienstand, sexueller Entwicklung, Sexualverhalten oder HIV/ Aids Status.
  • auf Gleichberechtigung und gegenseitigen Respekt.
  • auf Privat- und Intimsphäre.
  • auf Zugang zu reproduktiver Gesundheit. Du kannst selber entscheiden ob du eine Schwangerschaft austragen oder abbrechen möchtest. Du darfst über die Gründung und Planung einer Familie entscheiden. Du hast ein Recht auf Verhütungsmittel.
  • auf Bildung, Informationen, Beratung, sowie auf Sexualerziehung.
  • auf sexuelle Gesundheitsversorgung, einschliesslich Prävention, Diagnose und Behandlung aller sexuellen Infektionen und Probleme.
  • sich für oder gegen die Ehe zu entscheiden und ihren Partner frei zu wählen.
  • auf Rechenschaftspflicht und Entschädigung.

Wenn du Hilfe zum Thema Sexuelle Gewalt brauchst bist du hier richtig: www.opferhilfe-schweiz.ch.

Du kannst dich auch an die Fachperson in unserem Chat wenden.

Du wirst in deiner Sexualität mit folgenden Artikeln über das Schweizerische Strafgesetzbuch geschützt

Bis zu deinem 16. Geburtstag bist du in der Schweiz im Schutzalter. Dieses soll deine Sexualität schützen vor negativen Erfahrungen. Wenn du 15 Jahre alt bist und du sexuellen Kontakt mit jemandem hast der 17 Jahre alt ist, macht sich der/die 17 jährige/r nicht strafbar, weil der Altersunterschied der Beteiligten nicht mehr als 3 Jahre Altersunterschied beträgt. Dies ist die einzige Ausnahme, wenn der Altersunterschied nicht mehr als drei Jahre beträgt. Wenn du jedoch 18 Jahre alt bist und sexuellen Kontakt mit jemandem hast, der 14 Jahre alt ist, kannst du dich strafbar machen, wenn jemand Drittes wegen des Altersunterschieds etwas gegen eure Beziehung hat und Strafanzeige erstattet.. Du kannst mit einer Freiheits- strafe (Gefängnis) von bis zu 5 Jahren oder einer Geldstrafe behaftet werden.

Wenn du als 16 jährige*r anhängig bist von deinem Stiefvater, weil er die Miete und deine Hobbys bezahlt und er von dir für einen Gefallen, als Gegenleistung eine sexuelle Handlung vornimmt, macht sich dein Stiefvater Strafbar. Er wird mit einer Freiheitsstrafe (Gefängnis) von bis zu 3 Jahren oder einer Geldstrafe bestraft. Das gleiche gilt auch in einem Erziehungs-, Betreuungs- und Arbeitsverhältnis oder auf andere Weise, wenn deine Abhängigkeit ausgenutzt wird.

Du verpasst den Bus und jemand nimmt dich per Anhalter mit, der Täter/die Täterin hält das Auto an, wendet direkte Gewalt, Drohungen und/oder unmittelbaren psychischen Druck an, um sexuelle Handlung ausführen zu können. Alter und Geschlecht von Opfer und Täter*in spielen keine Rolle. Unter diesen Strafartikel fallen alle sexuelle Handlungen ausser Geschlechtsverkehr. Der erzwungene Geschlechtsverkehr wird als Vergewaltigung gewertet. Wer eine Person zur Duldung einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe bestraft.

Wenn du als Frau in einer Seitengasse überfallen wirst und jemand dich unter Drohung zum Geschlechtsverkehr zwingt, ansonsten du umgebracht würdest oder andere Gewaltformen zum Ziel des Geschlechtsverkehrs anwendet, macht sich strafbar. Wer eine Person weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft.

Wenn der/die Täter*in dich bewusst betrunken macht um dann mit dir macht, um dann mit dir Sex zu haben, macht er/sie sich strafbar und wird mit einer Freiheitsstrafe mit einer Freiheitsstrafe (Gefängnis) von bis zu 10 Jahren oder einer Geldstrafe bestraft. Denn wer eine urteilsunfähige oder eine zum Widerstand unfähige Person in Kenntnis ihres Zustandes zum Beischlaf, zu einer beischlafähnlichen oder einer anderen sexuel- oder Handlung missbraucht, wird bestraft. Dies gilt auch, wenn ein Mensch z.B. geistig beeinträchtigt z.B. geistig beeinträchtigt (behindert) ist.

Jemand, der dir im Zug gegenüber sitzt und dir sein erregtes Glied zeigt, macht sich strafbar. Jemand übt sexuelle Belästigung aus, wenn er oder sie von jemandem, der dies nicht erwartet, eine sexuelle Handlung vornimmt und dadurch Ärgernis erregt oder wenn er oder sie jemanden tätlich oder in grober Weise durch Worte sexuell belästigt. Solche Taten werden auf Antrag mit Bussen bestraft. Das Zeigen seiner Geschlechtsorgane oder die Selbstbefriedigung vor anderen Personen, die das nicht wollen, ist eine exhibitionistische Handlung oder eine sexuelle Belästigung. Diese Straftaten werden nur dann verfolgt, wenn das Opfer einen Strafantrag stellt.

Wenn du als 19-Jährige*r einem 15-Jährige*n via Handy ein Pornofilmli oder ein pornografisches Bild schickst, machst du dich strafbar und kannst mit einer Freiheitsstrafe (Gefängnis) von bis zu 3 Jahren oder einer Geldstrafe behaftet werden. Dies, weil wer pornografische Schriften, Ton- oder Bildaufnahmen, Abbildungen, andere Gegenstände solcher Art oder pornografische Vorführungen einer Person unter
16 Jahren anbietet, zeigt, überlässt, zugänglich macht oder durch Radio oder Fernseher verbreitet, bestraft wird.

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